Wohnen: erste Wohnungs-Impressionen und Pläne

Da hatte ich mir nach meinem letzten Post so sehr geschworen, endlich regelmäßig zu posten, sobald mein Umzug hinter mir liegt, und dann das – schon wieder über zwei Monate Pause hier.  Aber ihr kennt das, das Leben kommt halt schon mal dazwischen und im Endeffekt finde ich das auch gar nicht so schlimm.

Fakt ist, dass ich inzwischen seit vier Wochen in meiner ersten, eigenen Wohnung wohne – nachdem der Umzug irgendwie länger gedauert hat als ich dachte und ich die erste Nacht dann immer weiter hinausgezögert habe 😉

Wie ich so wohne (ja, es ist alles noch was kahl), wie es mir hier ergeht, was ich noch vor habe und plane: darum soll es heute gehen.

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Ein paar Fakten zum Einstieg – vom Alleinsein, schmalen Betten und (Nicht-)Stil

1. Meine anfängliche Sorge, dass mir das Alleine-Wohnen so überhaupt nicht liegt und mir ganz schnell die Decke auf den Kopf fällt, hat sich überhaupt nicht bewahrheitet. Die erste Woche hat sich zwar noch etwas seltsam angefühlt, was wohl normal ist, wenn man noch nie alleine gewohnt hat und immer jemand da war. Doch inzwischen genieße ich das Alleinsein total: ich finds super, nur kommunizieren zu müssen, wenn mir auch danach ist, dass ich alles so tun und lassen kann, wie ich es möchte und das alles genau da steht und liegt, wo ich es zuletzt gebraucht habe. Aber nun gut, dass ich in der Hinsicht etwas eigen bin, weiß ich ja nicht erst seit gestern…
Auf der anderen Seite habe ich allerdings auch schon immer ein eher großes Mitteilungsbedürfnis gehabt, das ich nun meist durch Snapchat (elba-ginski) stille. Ist echt die perfekte Alternative für Selbstgespräche und man fühlt sich nicht ganz so bekloppt – probierts mal! 😀

2. Meine Küche verschluckt alles, was runterfällt. Bisher zwei Nüsse und ein Radieschen. Ich werde dem Mysterium noch auf die Spur kommen!

3. In einem achtzig cm schmalen Bett zu schlafen (das man allerdings auf das doppelte ausziehen kann, wenn man denn möchte) ist entgegen aller Prophezeiungen und Ratschläge weder beklemmend, noch wegen möglicher Absturzgefahr gewagt. Ganz im Gegenteil fühl ich mich mukkelig wohl und geborgen und habe einen viel ruhigeren Schlaf – ist halt kein Platz dafür da, sich durch ständiges Herumdrehen von links bis rechts zu rollen..

4. Trotz dass ich dem minimalistischen Lebensstil ja nicht abgeneigt bin (dazu später mehr), besitze ich neuerdings so viel Geschirr, dass ich wohl drei Monate ohne Spülen auskommen würde. Von Ausrangiertem meiner Mutter über Einzelteile beider Omas, Ikea, Flohmarktfunde und zwei unheimlich schönen, alten Services einer befreundeten Familie ist quasi alles dabei und tatsächlich habe ich nur zwei Teller, Schüsseln und drei Becher selbst kaufen müssen – danke an dieser Stelle an Familie und Freunde!

5. Mein Wohnstil hat sich irgendwie nicht groß geändert in den letzten zehn Jahren. Sorry, kein nordisch angehauchter Blogger-Stil hier, nur gebraucht abgestaubte Ikea-Möbel mit Vintage-Kitsch!

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Minimalismus oder…  eher das Gegenteil?

In der Zeit, die ich bei meinen Eltern verbracht habe, habe ich nochmal ziemlich kräftig ausgemistet, und das, obwohl ich da ja in der Vergangenheit eh immer ganz gut hinterher war. Ich hatte einfach keine Lust, irgendetwas mit in die neue Wohnung (und damit ja irgendwie auch einen neuen Lebensabschnitt) zu nehmen, was ich nicht wirklich besitzen oder benutzen wollte. Trotzdem fällt mir hier immer wieder etwas in die Hände, was in diese Kategorie passt..  inzwischen habe ich eine Kiste im Flur stehen, in die ich alles werfe, was eventuell noch irgendjemand haben wollen könnte. Bevor ich zu meiner Familie oder Freunden fahre, schau ich dann dort rein und nehme mit, was gebraucht/gewollt werden könnte.

Ich bin also vom Grundgedanken nicht abgewichen, merke jedoch inzwischen, wie ich es als ehemaliger Katzenbesitzer genieße, wieder Dinge offen stehen/hängen und somit im Blick haben zu können (das ist übrigens auch nur ein winziger Vorteil am ohne-Katzen-sein und ich würde sofort alles gegen die Fellkinder tauschen!!). Irgendwie erfreue ich mich plötzlich wieder mehr an Besitz und schönen Dingen, an Klimbim, der mich beim Anschauen glücklich macht.
Das passt zwar irgendwie nicht so zum typischen Bild vom Minimalismus-Interessierten, aber ich hatte eh nie vor, mich da in irgendeine Schublade zu pressen. Passt schon.

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Pläne und Vorhaben

Neben dem typischen Kram, der bei mir immer etwas später (Bilder aufhängen, Wände irgendwie dekorieren) oder nie (Lampen kaufen) kommt, habe ich mir vorgenommen, ganz viel an Deko selbst zu machen und auch das Nähen von Wohntextilien selbst zu übernehmen. Bietet sich ja an, wenn mans kann, ne..  den zweiten Punkt habe ich eigentlich sogar schon erledigt: meine Abstellecke wird bereits durch einen Vorhang versteckt (Bilder sind schon gemacht, Blogpost in Planung!) und auch fünf Kissenbezüge sind schon fertig, zwei fehlen noch.

Ansonsten möchte ich endlich mal ein paar Dinge aus der Kategorie Nachhaltigkeit umsetzen, die vielleicht nicht so unbedingt möglich sind, wenn man nicht alleine wohnt: zum Beispiel Waschmittel selbst machen und weiter Müll reduzieren, gerade was Lebensmittel angeht. In meiner Nebenstadt gibt es jetzt einen Verein, der Lebensmittel und Reinigungsmittel unverpackt verkauft – da ist definitiv ein Interview geplant!  – das wäre ja ein Anfang!

Außerdem freue ich mich unheimlich darauf, meinen Balkon schön zu machen und den Frühling und Sommer darauf so richtig zu zelebrieren!


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So. Dieser Post ist viel zu lang geworden. Liest hier noch jemand mit? Ist jemand bis zum Ende gekommen? Und hat jemand Einrichtungstipps für schmale Flure? 😉

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17 thoughts on “Wohnen: erste Wohnungs-Impressionen und Pläne

  1. Das sieht doch sehr gemütlich aus. 😊 Endlich mal keine typische Blogger-Wohnung, die so gestellt aussieht – wie aus einem Möbelkatalog. Sowas mag ich ja gar nicht.

    Alleine zu wohnen könnte ich mir gar nicht vorstellen. Ich weiß nicht, was wäre, wenn ich meinen Freund nicht hätte. Ich würde dann wohl immer noch bei meinen Eltern wohnen – mit 30. Aber bei Mama ist es ja auch nicht schlecht. 😊

    Liebe Grüße

    1. oh danke, ich mag nämlich auch keine möbelkatalog-wohnungen.. wobei ich ja manchmal schon ein bisschen neidisch werde, bei so durchgestylten blogger-impressionen. aber das bin dann irgendwie doch nicht ich.
      ich habe es um ehrlich zu sein immer ein klein wenig bereut, dass ich direkt von meinen eltern aus mit meinem ex zusammen gezogen bin und nie mal wirklich alleine war. dafür hatte ich dann kurz bevor es los ging doch ziemlich muffensausen, dass ich hier allein so richtig abkacke 😀 aber ja, bei meinen eltern wars auch super.. !

  2. Hallo liebe Leni 🙂

    Hier liest noch jemand mit 😀
    Ich habe ehrlich gesagt auf diesen Post gewartet, war neugierig auf deine erste eigene Wohnung.
    Sieht schön aus, Du hast glaube ich auch eine nette Aussicht.

    Mein Freund und ich sind auch vor ein paar Monaten in unsere erste gemeinsame Wohnung gezogen, die viel größer ist als seine vorherige Singlewohnung. Hier ist bei weitem noch nicht alles vollständig.

    Ist doch nicht schlimm wenn nicht alles perfekt „bloggerisch“ ausschaut xD
    Ehrlich gesagt finde ich es befremdlich, dass die meisten Wohnungen so auf Magazin-Flair getrimmt werden. Klar es ist schön anzusehen, aber so ein bisschen Chaos ist doch menschlich.
    Abgesehen mal davon dass diese ewig gleiche Ästhetik auf Dauer doch schon sehr langweilig und austauschbar wirkt, ich für meinen Teil mag es wenn man sieht dass der Mensch der dort LEBT auch seine eigenen Ideen einbringt.

    Das mit Geschirr habe ich auch genau so erlebt 😀
    Ich hatte schon alles zusammen aus zig unterschiedlichen Quellen.
    Man kann sich sehr glücklich schätzen wenn man liebe Menschen um sich hat, die immer irgendwie noch was aus dem Ärmel zaubern was einem genau gerade noch gefehlt hat.

    Ich mag gebrauchte Dinge, warum sollte man z.B. alles aneinander anpassen, wenn doch gerade aus unterschiedlichem Kram manchmal echt spannende Kombinationen entstehen.
    Deine Fotos sind toll, wir haben einen ähnlichen Geschmack bei KlimBim ; )

    Wir haben auch einen schmalen Flur, ich habe bei Ikea einen passenden sehr schmalen Schuhschrank gefunden, den man gleichzeitig auch als Ablagefläche benutzen kann.
    Sehr praktisch!

    Ich wünsche Dir ein schönes Einleben in deinem neuen Zuhause : )
    Jetzt kannst Du Dich kreativ austoben in diesem tollen Näh-Atelier!

    Liebe Grüße,
    Yvonne

    1. Liebe Yvonne,
      vielen Dank für deinen langen Kommentar 🙂

      Das ist aber schön, dass du neugierig warst 😀 Ja, meine Aussicht ist gar nicht soo schlecht, zwar zwei Hochhäuser vor der Nase und ein Parkplatz, aber auch viel grün und schöne Bäume direkt vor meinem Arbeitszimmer!

      Hach, wann ist so eine Wohnung schon vollständig.. es ist ja immer irgendwie ein Prozess und nie wirklich abgeschlossen. Aber um Lampen sollte ich mich doch mal kümmern, sonst hab ich wieder nicht mal nach fünf Jahren welche hängen.

      Ich bin beim Katalog-Stil so zwiegespalten – einerseits find ichs auf Dauer auch langweilig, andererseits bin ich trotzdem immer ein bisschen neidisch 😀

      Das ist wirklich super an einer großen Verwandtschaft und Freundeskreis, jeder hat irgendetwas, das er nicht mehr braucht. Von meinem Onkel habe ich sämtliche Töpfe und Pfannen, Gläser, Besteck usw. von einem Freund, dessen Eltern ein Café haben auch noch einen ganzen Batzen Besteck und ein Regal, von einer anderen Freundin ein Regal und von den Eltern meines Freundes einen Tisch.. so kommt einiges zusammen und ich habe schon fast wieder zu viel von allem 😀

      Mein Problem mit dem Flur ist irgendwie eher, dass ich durch die Abstellecke gar keinen Stauraum mehr brauche. Meine fünf Paar Schuhe finden woanders Platz, Jacken ebenso, eigentlich brauche ich gar nichts im Flur. Aber dann ist es ja so leer. Ich weiß auch noch nicht, was ich mit ihm anfangen soll.

      Liebe Grüße
      Leni

  3. Aber klar, liest hier jemand mit! Mir gefällt deine Einrichtung sehr gut. Für meinen Geschmack könnte es noch ein bisschen bunter sein… 😉
    Freut mich sehr, dass es dir scheinbar gerade gut geht mit deinem Leben!
    Oh und ich find’s klasse, dass du dich abhebst von dem Vintage-Blogger-Style, wie du es nennst 😉 Das andere sieht man ja zu hundertfach überall! 😉
    Würde mich freuen, wenn wir deine genähten Schmuckstücke auch zu Gesicht bekommen. Alles Liebe <3 Esther

    1. Bunter? Ich bin ja definitiv kein SW-Fan, wie man das jetzt nur noch in der Bloggerwelt sieht, aber für mich ist es fast schon zu bunt bzw unstrukturiert 😀 Lustig, wie die Geschmäcker da unterschiedlich sind.
      Aber ich glaube, du hast mich falsch verstanden – ich hab meinen eigenen Stil als Vintage-Gedöns bezeichnet, nicht den allgemein vorherrschenden Bloggerstil, da ist ja jetzt alles sehr nordisch angehaucht, alles sehr gerade und ohne Schnickschnack – was ich auch schön finde, aber irgendwie dann doch lieber in Mischung mit pompöseren Vintage-Kram.
      Genähte Schmuckstücke kommen hoffentlich ganz bald 🙂

  4. Hey Leni,
    ich finde deine Wohnung so richtig schön!
    Und ich finde man muss den Minimalismus ja nicht unbedingt im Schubladen-Denken umsetzen 🙂
    Manche sind Einrichtungs-Minimalisten, dafür aber Make-Up-Messies und manche wieder anders.

    Ich fände es auch erstmal komisch allein zu leben, weil ich es garnicht gewöhnt wäre.
    Aber dieser Punkt den du genannt hast „nur kommunizieren wenn man muss“ finde ich wunderprächtig. Und dann wiederum der Mitteilungsbedarf, das könnte von mir sein 😀
    Als ich während meiner Thesis-Schreibzeit so eine lange Zeit tagsüber allein zu Hause war, während alle anderen Arbeiten oder in der Uni waren, hab ich abends losgeplappert wie ein Wasserfall, sobald mein Freund nach Hause kam oder meine Eltern mal anriefen 😀
    Jetzt würde ich auch gern wieder Snapchat nutzen, habe aber nirgends WLAN 🙁 Also wäre mein Datenvolumen innerhalb eines Tages aufgebraucht (so schaffe ich es immerhin auf 10 Tage zu strecken 🙂 ).

    Sooo, genug jetzt, ich muss mal weiter arbeiten 🙂

    LG,
    Jacky

    1. Danke danke 🙂
      Nein, auf keinen Fall muss man da Schubladen-Denken umsetzen, das sind nur so Sachen die mir dann manchmal durch den Kopf gehen..

      Allein leben ist am Anfang wirklich ein bisschen komisch. Aber ich genieße es wie gesagt sehr. Meist bin ich von Freitagabends bis Montagmorgens unter Leuten und dann kann ich meinen Redebedarf für die Woche stillen 😀
      Snapchat ohne Wlan ist wirklich der Tod, das kenne ich aus den Anfangstagen hier…

  5. Deine Wohnung gefällt mir sehr gut.
    Und ich finde es schön zu hören, dass es dir scheinbar sehr gut geht mit diesem Schritt. Manchmal muss man sich einfach trauen. 😉
    Und zu dem Thema Minimalismus, ich beschäftige mich auch seit längerer Zeit sehr damit und habe viel aussortiert. Trotzdem mag ich es auch schöne Gegenstände die mir gefallen, als Deko stehen zu haben. Ich denke das eine schließt das andere nicht aus. Schubladendenken fand auch ich schon immer doof.
    Liebe Grüße
    Jasmin

    1. Danke dir 🙂
      Ja, manchmal muss man einfach die Eier haben um seinem Leben eine andere Richtung zu geben. Aber einfach war es auf keinen Fall!
      Zum Thema Minimalismus und Schubladendenken.. ich neige manchmal dazu, mich selbst in Schubladen stecken zu wollen und muss mich dann immer mal wieder daran erinnern, dass das gar nicht nötig ist 😀

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