Selbstständigkeit: die To-Do-Pinnwand oder „morgens eher aus dem Bett kommen“

To-Do-Pinnwand

Morgens aus dem Bett zu kommen, wenn niemand Druck macht – also kein Arbeitgeber, keine Mitbewohner oder Eltern – fällt wahrscheinlich nicht nur mir ziemlich schwer. Ich muss mich leider immer zwingen, mein Bett zu verlassen, egal, ob um 6 oder um 11 Uhr, unabhängig von der Zu-Bett-Geh-Zeit oder der Schlafqualität.

Die Suche nach dem Grund

Wenn man sich selbstständig machen will, ist das natürlich von Nachteil. Man vertrödelt einfach sehr viel Zeit. Ich habe mich also auf die Suche nach dem Grund begeben und herausgefunden, dass es mir umso schwerer fällt, aufzustehen, je weniger ich mich damit beschäftigt habe, welchen Aufgaben ich mich am jeweiligen Tag widmen möchte. Diese Planungsphase momentan, die in der ich noch nicht alles festgelegt habe, in der ich einfach noch nicht „im Fluss“ bin, fällt mir leider nicht gerade leicht.

Vor einer Weile habe ich einen Dreijahresplan und auch einen Einjahresplan geschrieben. Aber diese Zeitangaben wirken so groß, so realitätsfern, dass einem die Schritte, die einen zur Zielerreichung führen werden, irgendwie verborgen bleiben. Sie sind einfach nicht richtig greifbar.
Und als ich versucht habe, diese Ziele weiter runterzubrechen, auf ein halbes Jahr und dann einen Monat, habe ich die Methode gefunden, mit der ich gegen meine Bettsucht zumindest ein bisschen gegensteuern kann, weil mir bewusster ist, was am Tag ansteht.

Die Lösung

Neben meinem Schreibtisch hängt nun eine To-Do-Pinnwand, die ich mit Masking-Tape in drei Spalten unterteilt habe:

Monat / Woche / Tag

Ende September habe ich mir vier Punkte überlegt, die ich im Oktober schaffen möchte. Darunter war beispielsweise der Punkt „Website fertig stellen“. Diesen habe ich in mehrere Unterpunkte gesplittet, wie zum Beispiel

  • Beiträge von Blogger zu WordPress umziehen
  • Layout-Änderungenum diese auf die Wochen zu verteilen. Und auch diese ließen sich noch einmal auf kleinere To-Dos runterbrechen. Der Punkt „Layout-Änderungen“ umfasste also unter anderem
  • Schriften
  • Farben
  • Sidebar
  • Logo

etc. die ich dann als Tagespunkte hatte.

Ich nehme mir lieber zu wenige Punkte vor als zu viele, denn lieber habe ich das Gefühl schon alles geschafft zu haben und nehme mir neue Dinge vor, als das, irgendwie versagt zu haben und Punkte mit in den nächsten Tag nehmen zu müssen. Mein Aufgaben schreibe ich übrigen auf die Rückseite meiner alten Visitenkarten.

to-do-pinnwand3

PC oder Papier?

Natürlich hätte ich das auch digital machen können, aber alles, was mit Erledigungen, To-Dos, Terminen zu tun hat, habe ich lieber in Papierform direkt vor Augen. Da kann ich nichts wegklicken, wenn ich mich nicht damit beschäftigen möchte. Und wenn ich die Kärtchen nach dem Erledigen runternehme und zu den anderen der letzten Tage lege, sehe ich viel eher, was ich schon alles geschafft habe – eher, als wenn ich die Aufgaben aus einer Tabelle lösche oder ähnliches.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Mit meiner Pinnwand habe ich mir selbst definitiv einen großen Gefallen getan und es macht tatsächlich Spaß, am Ende des Tages oder der Woche die alten Aufgaben ab- und die neuen anzupinnen! Morgens dümpel ich mit wenigen Ausnahmen nicht mehr ewig im Bett rum und ziehe Frühstücken, Fertigmachen etc künstlich in die Länge um erst dann ewig hin und her zu überlegen, was ich nun tun könnte, damit ich irgendwie weiterkomme.

Ich will euch aber nicht verschweigen, dass ich zuletzt etwas ausgeknockt war, weil ich mit meiner Gesundheit zu kämpfen hatte – gerade fällt es mir wieder etwas schwerer, aus dem Bett zu kommen. Aber gerade deshalb habe ich einen guten Vergleich zu den Tagen, an denen ich mich strikt an meine Planungen gehalten habe. Ich hoffe, ich komme schnell wieder rein!

Habt ihr noch andere Tipps für so Murmeltiere wie mich? Wie kommt ihr am besten aus dem Bett ohne Druck von außen?

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11 thoughts on “Selbstständigkeit: die To-Do-Pinnwand oder „morgens eher aus dem Bett kommen“

  1. Das mit der Pinnwand ist eine gute Idee. Ich hab mir vor einiger Zeit so einen Wochenplaner gekauft. Das ist quasi ein kleiner Block, mit bedruckten Seiten, wo man dann für jeden Tag seine To-Dos eintragen kann. Das funktioniert bei mir nicht immer so gut, aber ich versuche es zumindest.^^
    Was mir noch beim Aufstehen hilft, ist, sich noch im bett liegend mit etwas zu beschäftigen. Als ich in der Uni einen Sprachkurs absolviert habe, hatte ich immer einen kleinen Stapel Vokabelkarten neben dem Bett liegen. Mit einem Handgriff kann man die nehmen und 1-2 durchmachen. Dann ist der Kopf schonmal wach und das Aufstehen fällt nicht ganz so schwer. 🙂

    1. Mir helfen Blöcke irgendwie nicht so gut.. ich glaube, was mir bei der Pinnwand auch hilft, ist dass ich erstens das ganze Teil vor Augen habe und nicht nur eine kleine Seite mit ein paar Notizen UND dass ich die Kärtchen hin und herschieben kann und dadurch nichts durchstreichen muss o.ä.! ich kanns gar nicht genau beschreiben, aber dadurch, dass jede Aufgabe ihr eigenes Kärtchen hat, hat sie irgendwie mehr Bedeutung für mich als ein Punkt in einer Liste.. 😀
      Die Beschäftigung im Bett ist auch ne gute Methode, habe mir jetzt auch vorgenommen, fürs wach werden alles Social-Media-Gedöns wie Emails, Blogs lesen, Facebook etc ins Bett zu verlegen!

  2. Japp, ein Hoch auf Papier!
    Ich habe es lange Zeit digital probiert, aber die Gefahr, es einfach wegzuklicken ist zu hoch. Habe auch einige Zeit ein Kanban-Board gehabt. Die Einteilung war so: erste Spalte: To-Do, zweite: In Bearbeitung, dritte: erledigt. So habe ich immer meine Sachen zwischen den Spalten hin und hergeschoben. Klappte ganz gut. Warum mach ich das eigentlich nicht mehr?!

  3. Die Pinnwand klingt nach einer wirklich guten Idee. Mir fällt es auch immer sehr schwer mich völlig ohne Antrieb von außen zu etwas aufzuraffen, auch wenn dabei dann im Endeffekt meist bessere Ergebnisse entstehen und einem die Arbeit an sich mehr Spaß macht. Aber das Anfangen ist das Problem.
    Mir hilft es dabei oft, mir selbst etwas zu versprechen, nachdem ich einen bestimmten Arbeitsschritt geschafft habe. Ich darf zum Beispiel erst das neue Kapitel in meinem Buch lesen, wenn ich ein Nähprojekt weitergeführt habe, oder ich mache mir eine Tasse von meinem Lieblingstee, nachdem ich 1000 Wörter geschrieben habe etc.
    Mir etwas Schönes für den Tag vorzunehmen hilft mir auch, auch dem Bett zu kommen. Auch wenn es nur etwas Kleines ist, wie ein Spaziergang, ein Stadtbummel, ein Bad oder ein paar schöne Fotos zu machen. Daran zu denken motiviert mich dann eher als mich daran zu erinnern, was ich alles schaffen muss.
    Übrigens verfolge ich deinen Blog mit Spannung. Ich finde es toll, dass du uns Leser an allem teilhaben lässt, auch an Schwierigkeiten beim Umsetzen der Selbständigkeit. Dazu muss ich aber sagen: Motivationsprobleme habe ich bei meinem Beruf trotz reichlich Druck von außen auch oft. 😀

    1. Ist schon ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man nicht allein ist 😀
      So Belohnungen helfen bei mir leider nicht so richtig – ich mach die Sachen dann einfach trotzdem haha.
      Was machst du denn genau? Ich kann nicht so genau rauslesen, ob du auch selbstständig bist oder angestellt? 🙂

  4. Ja, um mit den Belohnungen wirklich zu warten muss man sich dann natürlich auch immer disziplinieren. Aber das klappt bei mir schon immer ganz gut.
    Ich bin Lehrerin für Englisch, Deutsch und Darstellendes Spiel. Zum Glück mag ich meinen Beruf sehr gern, aber ich muss mich trotzdem oft aufraffen, um zum Beispiel Klausuren zu korrigieren etc.
    Zur Zeit arbeite ich allerdings nicht und habe mir vorgenommen mich mit ein paar anderen Projekten zu befassen. Nähen, Schreiben und Fotografieren hauptsächlich. Und auch wenn das die drei Dinge sind, die mir am meisten Spaß machen, muss ich mich trotzdem öfter zwingen mich mal wirklich an etwas ranzusetzen. Daher kann ich deine Situation denke ich trotzdem ganz gut nachvollziehen.

    1. Das klingt interessant, denn bei mir ist das ganz ähnlich – ich muss mich zwingen, Dinge zu tun die mir EIGENTLICH Spaß machen 😀 Ich bin momentan auf der Suche nach dem Grund dafür..

  5. Ha! muss ich mich gleich nochmals zu Wort melden 🙂
    Ich wollt nur sagen, vielleicht vertief ich mein Hineintauchen in deinen Blog instinktiv grad deshalb, weil wir in ähnlichen Phasen sind – bin grad am Sprung in die Selbstständigkeit bzw. zumindest eruieren, ob das so klappen könnt und hab heut grad mein Konzept fertig erstellt. Nun denn, alles Gute auch dir dabei!
    Liebe Grüße,
    Carmen

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