Sweatshop – deadly fashion

Vielleicht habt ihr schon auf Facebook oder anderen sozialen Netzwerken davon gehört oder es bereits gesehen – ich bin erst durch die Email einer Leserin darauf aufmerksam geworden: die norwegische Zeitung „Aftenposten“ hat eine Videodokumentation gedreht, bei der es um die menschenunwürdigen Zustände in den Textilfabriken Kambodschas geht. Das allein ist nun nicht unbedingt etwas Neues, es gibt schließlich sehr viele Dokus, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Warum ist es nun gerade für uns Blogger interessant? Aftenposten hat drei sehr konsumorientierte Blogger ihres Landes mit nach Phnom Penh genommen, um ihnen deutlich zu machen, wer da eigentlich unter ihrem Konsumverhalten leidet. Die Drei übernachten bei einer kamboschanischen Näherin, verbringen einen Tag in einer Textilfabrik (bei der man davon ausgehen kann, dass sie noch zu den humansten gehört) und nähen genauso wie die Arbeiter dort den gesamten Tag die immer gleiche Naht und stehen schließlich vor der Herausforderung, mit dem dort üblichen Tageslohn eine Mahlzeit für zehn Personen zuzubereiten.

Die fünf Folgen, die jeweils circa 12 Minuten lang sind, könnt ihr euch HIER ansehen. Ich lege es euch wirklich ans Herz. Sie zeigen einen guten Einblick in das Leben der Arbeiterinnen und sind gleichzeitig auch etwas für eher schwache Nerven!
Anschließend könntet ihr euch auch den Blogpost von Kathrynsky durchlesen, die sich die Mühe gemacht hat, sich die Blogs der drei (bzw ist einer inzwischen gelöscht) anzuschauen und zurück bis zu den Aufnahmen zu lesen, um zu schauen, ob und wie sich ihr Leben und ihre Einstellung geändert haben.

Die Videodokumentation hat mich persönlich dazu gebracht, mich hier auf dem Blog spätestens mit dem Abschluss meiner Ausbildung wieder intensiver mit fairen Alternativen zu beschäftigen, denn ich denke, dass es nach wie vor vielen schwer fällt, geeignete Labels zu finden.

Ich möchte euch außerdem gerne den Blog meiner Cousine empfehlen, die sich vor einer Weile dazu entschlossen hat, ihren Wohnsitz in Deutschland aufzugeben um unter anderem in den ärmsten Ländern der Welt das typische Leben ihrer Einwohner zu (er)leben.

20 thoughts on “Sweatshop – deadly fashion

  1. Hallo Leni,
    darüber gab es auch vor ein paar Tagen irgendwo einen Fernsehbeitrag.
    Zuerst war ich da sehr beeindruckt von, allerdings endete der Beitrag mit der Feststellung, dass nur der männliche Blogger tatsächlich Konsequenzen aus seinen Erfahrungen gezogen hat. Die beiden Mädels bloggen scheinbar genauso weiter, wie vorher auch. Das fand ich dann extrem traurig, nachdem es ihnen dort ja "angeblich" so zu Herzen ging…

    Liebe Grüße, Caro

    1. Liebe Caro, was hat er denn darauf für eine Konsequenz gezogen? Seine Profile im Netz sind alle gelöscht … meines Wissens ist es auch nur eine Bloggerin, Anniken. Die anderen beiden haben nur Instagram Accounts (bzw. er gehabt).

  2. Natürlich bin ich auch schon über die Dokumentation gestolpert. Bis auf den Trailer hab ich aber noch nichts gesehen. Ich möchte das aber auf jeden Fall noch nachholen, weil ich die Aktion einfach so GUT finde. Sehr spannend finde ich auch die Analyse von Kathrynsky, die ich jetzt nur überflogen habe und mir danach nochmal genauer durchlesen werde.

  3. bei all den schnäppchen sollten alle nie vergessen, welchen preis die menschen zahlen , die sie herstellen..ich bin ein bekennender primark und co hasser..sry aber menschwürde ist mir wichtiger als der preis und ich brauche nicht alles und in massen..toller bericht, danke dir..

  4. Ich bin gerade tief berührt und freudig deinen Blog in dieser Kommentierparty gefunden zu haben. Alleine deine drei einleitenden Konzeptumfassenden Worte haben mich gebannt… doch jetzt dieser Artikel und das Vorhaben sich intensiver mit fairen und nachhaltigen Alternativen für Klamotten zu beschäftigen: hat dich sofort zu meinen Lieblingsblogger-Mädchen ernannt.

    Ich selbst habe vor kurzem für einen Uni-Kurs über Nachhaltigkeit eine Reflexion geschrieben. Ich habe mich entschieden einfach alles aufzuschreiben was ich damit in Verbindung bringe und das meiste war pure Überforderung und Orientierungslosigkeit. Ich werde ihn dir einfach mal per Mail schicken… aus einem seltsamen Drang 😀

    Jedenfalls danke für deine Beiträge auf diesem Blog,
    Ich freue mich auf noch Folgende

    Herzliche Grüße
    Aurelia

  5. Eine sehr bewegende Dokumentation und ich finde es sehr schön, wie viel aufmerksam sie bekommt. So ein Thema kann man nicht oft genug behandeln, teilen, sich anhören oder darüber berichten. Es wird immer schwer sein über solche Themen zu sprechen, aber vor allem den Menschen zu helfen, doch wenn sich jeder einzelne einmal Gedanken darüber macht und fairer einkaufen geht, auch wenn es nur kleine Dinge sind, es ist ein großer Schritt in die richtige Richtung !

    Liebst,
    Aileen <3

  6. Ich habe mir die 5 Episoden angesehen und es hat mich in meinem Tun bestätigt. Selbst versuche ich alles Secondhand (Flohmärkte, Tauschveranstaltungen oder ähnlichem) zu bekommen und lebe damit recht gut^^ Ich wollte auch einen Post über diese Videos machen und hoffen, dass so einigen die Augen dabei geöffnet werden!

    Liebe Grüße

    Lisa
    Hallo ihr,
    bin das erste Mal dabei 😀
    Mein Blog dreht sich (natürlich) um mich, japanische Mode,DIY, kawaii Stuff, Reisen und meinem liebsten Hobby Fotografieren!

    Ich freue mich über jeden, der vorbei schaut 🙂

    http://lolitagoesbad.blogspot.co.at/

  7. Über die Dokumentation habe ich schon auf einem anderen Blog gelesen, aber die Episoden werde ich mir in nächster Zeit mal ansehen, um mir selbst ein Bild davon machen zu können!

  8. Ich finde die Serie echt super, da sie durch die Protagonisten wohl viele junge Menschen abholen kann. Und in Norwegen ist echt einiges passiert, sogar im Parlament wurde über das Problem diskutiert (wie es sonst so weiterging habe ich für meinen neuen Blog recherchiert, allerdings ohne 100%iges Gewähr, da die meisten Texte dazu norwegisch waren… Hier geht's zum Post, falls es trotzdem jemanden interessiert: http://aestheticaland.tumblr.com/post/108869346818/made-in-cambodia-sweatshop).
    Die Frage ist jetzt natürlich, wie lange die Auswirkungen und der Schock anhalten werden… Wie du geschrieben hast, ist dies ja nicht die erste Doku über das Ganze.

  9. Wow, vielen Dank für's recherchieren und teilen. Die Geschichte von den dreien waren in Schweizer Zeitungen zwar auch "kurz" thematisiert worden, aber so ausführlich leider nicht – und auch die Blogs habe ich selbst noch nicht gefunden.

    Ich habe gerade voller Begeisterung Deine letzten drei Posts gelesen – deine Art zu Schreiben gefällt mir sehr, und ich werde bestimmt bald häufiger hier vorbeischauen. 🙂

    Viele liebe Grüsse aus Zürich,
    Slunicko

  10. Ich bin auch gerade dabei, faire Alternativen zu H&M zu finden. Denn ich kann dort nicht mehr mit gutem Gewissen einkaufen. Diese Kette ist natürlich nur eins von vielen Beispielen. Aber mein halber Kleiderschrank besteht leider aus H&M. Es ist halt nah, überall und günstig. So wie McDonalds irgendwie. Und ich habe mich echt gefragt, wo ich nun meine Basics kaufen soll. Fündig wurde ich bei Continental Clothing. Grundstoff.net bietet auch noch andere grüne Labels an. Die Preise sind wirklich bezahlbar. Natürlich gibt es auch teure Marken. Aber der Preis kann kein Argument mehr sein. Unterwäsche habe ich mir jetzt bei Comazo bestellt. Ich warte ungeduldig auf mein Paket. Lieber wäre mir, es gäbe einen Shop, wo ich die Sachen anfassen und anprobieren kann. Aber solange ich keinen gefunden habe, versuche ich es über Internetbestellung.
    LG
    Yvonne

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