Hintergrundwissen Bekleidung: Fasern – Leinen

Nachdem ihr im letzten Post zu „Hintergrundwissen Bekleidung“ etwas über die Baumwolle erfahren habt, ist heute die nächste Naturfaser an der Reihe: Leinen.

 

Kurze Vorstellung:
Ich bin auch bekannt als Flachs, denn so heißt die Pflanze, von der ich abstamme. Diese kann (wenn für die Faserproduktion relevant) 0,80 bis 1,20 m groß werden und wird nur ein Jahr alt. Seeklima ist für das Wachstum ideal. Es ist etwas ungewöhnlich, aber meine Fasern liegen im Inneren des Pflanzenstängels, deshalb ist die Größe wichtig! Kleinere Exemplare werden daher zur Ölgewinnung genutzt.
Webstoffe, bei denen ich beteiligt bin, erkennt man übrigens häufig an den unregelmäßigen, leichten Verdickungen.

Meine Geschichte:
Ich bin, genauso wie die Baumwolle, nicht mehr die Jüngste. Schon 5000 bis 4000 vor Christus wurde ich beispielsweise in Ägypten angebaut! Ratet mal, wer die Mumien eingekleidet hat..

Meine Bedeutung für die Textilindustrie:
Für die Textilindustrie spiele ich leider nur eine untergeordnete Rolle, dafür bleibt die Faserproduktion sehr konstant bei circa 1,5% weltweit. Das entspricht zwischen 600000 und 700000 Tonnen jährlich.

Meine Haupterzeugungsländer:
Meine Heimatländer sind unter anderem China, Russland, Ukraine und Frankreich. Jedoch wird auch immer wieder darüber diskutiert, ob sich ein Anbau in Deutschland lohnen würde.

Meine besten Eigenschaften:
Als Gewebe verfüge ich kaum über Lufteinschlüsse, fühle mich angenehm kühl an und bin ideal für warme Temperaturen. Auch, weil ich viel Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben kann. Ich unterstütze euren Körper so bei der Klimaregulierung. Ich bin sehr strapazierfähig und lade mich so gut wie nie elektrisch auf. Ich fluse nicht und bin auch nicht besonders anfällig für Schmutz.
Doch wisst ihr, worauf ich noch ziemlich stolz bin? Meine gute Ökobilanz: egal ob konventionell oder biologisch angebaut, ich schlage die Baumwolle um Längen. Warum? Ich benötige nur circa ein Viertel des Wassers, welches der Anbau von Baumwolle nötig hat!

Meine schlechten Eigenschaften:
So gut die meisten meiner Eigenschaften auch sind – ich hab einen entscheidenden Nachteil: ich knittere unglaublich und muss häufig gebügelt werden. Auch bin ich nicht ganz so hautfreundlich wie beispielsweise Baumwolle, weil ich ein wenig steifer bin..

Mein internationales Zeichen:
Für mich gibt es sogar zwei Zeichen. Einmal das für Reinleinen (100%) und das für Halbleinen (die Kette des Gewebes darf aus Baumwolle bestehen, der Schuss aber komplett aus Leinen. Der Anteil muss dabei mind. 40% ausmachen) verwendet werden. Auch dürfen Fasern nur als Leinen oder Flachs bezeichnet werden, wenn sei dem Stängel der Pflanze entnommen wurden. Man erkennt es an dem abgerundeten „L“ (Klick)

Als Quellen dienten mein Kopf, das Buch „Fachwissen Bekleidung“, diese Grafik und Virtuelles Wasser

2 thoughts on “Hintergrundwissen Bekleidung: Fasern – Leinen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.