Secondhand: Tipps rund um Kleiderkreisel, Teil I

Oh man, René und ich sind wohl ganz schön raus aus dem Outfit-Bilder machen. 90% verwackelt, 9% schielend, redend, Grimassen schneidend oder sonst wie hässlich und das restliche Prozent auch eher Notlösungen. Aber hey, es geht gar nicht wirklich ums Outfit oder mich, sondern einfach nur darum, das jedes einzelne Teil, das ihr sehen könnt – außer meiner Uhr – Secondhand ist und alles zusammen wohl nicht mehr als ca 35 Euro gekostet hat. Ich möchte euch nämlich heute ein paar Tipps für Kleiderkreisel ans Herz legen.

Ich kaufe und verkaufe mittlerweile seit gut fünf Jahren bei Kleiderkreisel und habe deshalb allerlei Veränderungen miterlebt. Leider hat der steigende Bekanntheitsgrad nicht wirklich viele Vorteile gebracht – eher im Gegenteil. In den letzten Jahren häufen sich leider Betrugsfälle und ähnliche Sauereien. Deshalb zuerst ein paar Tipps zur Sicherheit und zur allgemeinen „Netiquette“. Nächste Woche werde ich noch einen Post veröffentlichen, in dem es um die Suche nach passenden Stücken geht.

1. Immer schön höflich sein. Aus Erfahrung weiß ich, das Kreislerinnen eine freundliche Begrüßung und Verabschiedung bevorzugen, außerdem ganze Sätze, am besten noch gepaart mit ein oder zwei Smileys, aber bloß nicht zu vielen. Auch mit Satzzeichen sollte eher gegeizt werden. Ich selbst hasse NICHTS mehr, als Anfragen, die nur aus „tauschen??“ oder „noch da???“ bestehen. Ein „Hey, ich interessiere mich für dein Teil xxx // Hallo, könntest du mir bitte die Maße von xxx schicken? // Hey, wäre es möglich, dass ich von dem Teil xxx ein Tragebild bekomme? Viele Grüße :)“ tut ja niemandem weh. Eher im Gegenteil. Eine nette Anfrage führt zu einem netten Dialog und im besten Fall noch einem netten Preiserlass – das sollte allerdings natürlich nicht der Hauptgrund sein, gute Manieren an den Tag zu legen!

2. Lest euch die Bewertungen von Mitgliedern durch, bei denen ihr kaufen möchtet. Achtet bei eher wenigen Bewertungen auch auf das Datum, denn vor kurzem war es unter neuen Mitgliedern sehr beliebt, gute Bewertungen untereinander zu tauschen, was natürlich nicht Sinn der Sache ist. Ist das Mitglied also seit einer Woche angemeldet und hat zehn positive Bewertungen innerhalb von drei Tagen erhalten, wäre ich leicht misstrauisch, vor allen Dingen, wenn die Bewertungen von ebenfalls neuen Mitgliedern kommen.

Ich persönlich lasse mich von neutralen oder negativen nicht sofort abschrecken, sondern lese mir auch die erstmal durch. Manche Kreisler sind wirklich pingelig und geben schlechte Bewertungen wegen Sachen ab, die mir im Endeffekt total egal wären, weshalb ich immer wissen möchte, warum genau schlecht bewertet wurde. Wichtig ist auch die Reaktion der bewerteten Mitglieder darauf. Wurde überhaupt nicht oder aber sehr unhöflich reagiert, lasse ich vom Kauf lieber ab. Ist die Reaktion sachlich und freundlich, lasse ich es darauf ankommen.

Übrigens, manche verklicken sich auch nur mit dem Grad der Bewertung. Ich habe schon auf schlechte Bewertungen geklickt und ein „Alles super, tolle Kreislerin“ gelesen. Von daher: schaut euch ruhig auch schlechte Bewertungen an, bevor ihr das Teil gleich wieder wegklickt!

3. Hört auf euer Gefühl! Wenn ich mir bei einem Mitglied aufgrund der Bewertungen, der Artikelbeschreibung oder Foreneinträgen nicht so recht sicher bin, was ich von ihm halten soll, stelle ich erstmal ein paar Fragen, beispielsweise nach Tragebildern, Maßen, Material, Versand oder ähnlichem und entscheide dann anhand der Reaktionen. Wenn ich etwas mit einer Kreislerin tauschen möchte, die nur sehr wenige oder auch neutrale/negative Bewertungen hat, frage ich oft, ob sie sich damit einverstanden erklären würde, ihren Artikel zuerst loszuschicken, sodass ich meinen erst nach Erhalt zusende. Die wenigsten haben damit ein Problem, aber das geht natürlich nur, wenn ihr wirklich viele positive Bewertungen habt. Generell gilt immer: wenn ihr ein schlechtes Gefühl habt, lasst es lieber sein!

4. Seid nicht zu dreist beim feilschen. Ihr glaubt nicht, was ich schon alles für Preisvorschläge gehört habe. Ich glaube, das Unverschämteste war der Vorschlag, mir 3 Euro inklusive Versand für Schuhe zu bezahlen, obwohl der Versand allein um die 4,50 Euro liegt. Ich gehe meist folgendermaßen vor: entweder, ich frage einfach nett, ob noch etwas am Preis zu machen ist, ohne genaue Vorschläge zu liefern. Oder aber ich frage bei einem Teil von beispielsweise 7 Euro, bei dem ich weiß, dass der Versand bei 1.45 liegt, ob 8 Euro inklusive Versand auch in Ordnung wären. Bei Teilen unter 5 Euro würde ich persönlich nie nach einen Preiserlass fragen und ansonsten nie nach mehr als einem Euro oder bei eher teuren Sachen vielleicht 1.50.

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12 thoughts on “Secondhand: Tipps rund um Kleiderkreisel, Teil I

  1. Ich hoffe es nimmt deinem nächsten Post nichts vorweg:

    Wie bezahlst du, bzw. was hälst du für die beste Art zu zahlen?

    Danke für diesen wieder einmal sehr interessanten Post, ich schätze deine Nachhaltigkeitspost sehr!

    Grüße,
    Tina W.

  2. Auch wenn ich Kleiderkreisel noch nie benutzt habe, find ich die Idee klasse. Bei uns in der Stadt gibt es drei, vier mal im Jahr einen "Kleiderwirbel", wo auf zwei Etagen in der Mensa Mädels ihre ausrangierten Klamotten verkaufen. Ich kaufe mittlerweile kaum noch ganz neue Kleidung (v. a. Shirts und Pullis). Die Preise erscheinen mir einfach so absurd, wenn man bei Zara einen Pulli für 50 € in der Hand hält und weiß, dass man sowas auch für 3-5 Euro beim Kleiderwirbel kriegt…
    Danke für die Tipps, vielleicht versuch ichs auch mal mit dem online Kleiderkreiseln 🙂
    Lieben Gruß,
    Mirjam

  3. Hallo 🙂
    Danke für den schönen Artikel. Ich habe mich bis jetzt noch nicht so recht getraut Klamotten zu verkaufen, weil ich wegen des Versands so unsicher bin.
    Woher weißt du welcher Artikel wie viel Versand kostet und was verwendest du als Verpackungsmaterial?
    Liebe Grüße
    Sina

    1. Auf den Homepages der Paketdienste stehen die Preise. Vorher ausprobieren, wie groß der Karton für ein Kleidungsstück sein muss. Ggfs. Gewicht beachten (z.B. bei Schuhen).
      Alternativ unversichert per Maxibrief oder Großbrief im Polsterumschlag verschicken – würde ich aber nur bei günstigen Teilen machen, da man keinen Beweis hat, dass man den Artikel losgeschickt hat oder er angekommen ist. Die Preise und Größengrenzen stehen auf der Post-Homepage.

      Als Kartons muss man keine Wellpappe-Kartons nehmen, Schuhkartons tuns auch. Kann man gratis bei Schuhgeschäften bekommen. Polstern muss man bei Kleidungsstücken ja nichts, Lücken im Karton können zur Stabilität mit Zeitungspapier ausgestopft werden (Vorsicht bei hellen Kleidungsstücken – Druckerschwärze könnte abfärben, lieber eine Lage Küchenpapier dazwischen), oder gleich Küchenpapier o.ä.

  4. Schöner Text! Die neueste Unart ist eigentlich die Werbung von Mädels unter meinen Klamotten "Hey, bei mir gibt es heute total viel Rabatt", "Schaut doch mal bei mir vorbei, meine Klamotten sind schöner" oder "tauschen?!?" Anfragen von Mädels, in deren Klamotten ich in diesem Leben nicht mehr rein passe. Liest man sich vorher nicht mehr die Texte durch auf den Profilen? Was zum Henker? Das war zu Anfang (bei mir auch so vor 5Jahren) noch nicht so extrem. Hoffen wir mal, dass es bald wieder angenehmer wird, Dinge zu erkreiseln…
    Liebe Grüße,
    Tanja

  5. Ach, ich liebe Kleiderkreisel. Ein virtueller Ort voller wunderschöner Schätze. ♥
    Aber ich habe in letzter Zeit auch so eingie Veränderungen festgestellt, die mich nicht ganz so glücklich machen: Angefangen bei "Tauschen"-Fragen, die keine Satzzeichen, Grußworte oder Ähnliches beinhalten über dreiste Preisanfragen (ähnlich deiner Schuhanfrage) bis hin zu Fragen zum Artikel, deren Antwort sich in den Beschreibungen meines Artikel findet. Ich glaube, die liest sowieso kaum noch jemand durch, obwohl ich mir immer unheimlich viel Mühe bei der Beschreibung und dem Ausmessen gebe. Meine zwei Highlights in meiner Kleiderkreiselzeit, die übrigens erst in der jüngeren Vergangenheit liegen, sind:
    1."Welche Farbe hat die Leggings?" -> Die Farbe war in der Überschrift des Artikels angegeben
    2.Ich verschenke einige Shampoos und Spülungen und der "Beschenkte" muss die Versandkosten selbst tragen. Ich bekam eine Anfrage, ob die entsprechende Person das gesamte Set haben könnte (was mir sowieso am liebsten war) und wie hoch dann die Versandkosten wären. Ich teilte ihr dann mit, dass der versicherte Versand bei 4,99€ läge, woraufhin der Kommentar gab, dass das "für ein bisschen" Shampoo etwas viel sei. Da ist mir dann der Kragen geplatzt und ich meinte, die Teile seien ja auch geschenkt und das ich nicht dazu verpflichtet wäre, auch noch die Versandkosten zu tragen (zumal ich mich an diesen ja nicht bereichere) und sie ja gerne in einer Drogerie alle einzeln kaufen könne, was sie sicherlich mehr als 5€ kosten werde.

    Beim "richtigen" Kauf und Verkauf habe ich bisher allerdings nur positive Erfahrungen gemacht und liebe diese Plattform. Zum Glück kann man ja noch ganz subjektiv entscheiden, wo man kaufen möchte und wo nicht. Ich würde diese Seite nicht mehr missen wollen, weil ich in der Vergangenheit meinen Kleiderschrank doch schon sehr erleichtern konnte (und hoffentlich so manchen Käufer glücklich machen) und habe auch selbst schon so manches Lieblingsteil entdeckt. 🙂

    Liebe Grüße

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